Mo, 4. August.08
Auf der Suche nach meinen Geschenken mit der Hilfe einer kleinen Selbst gebastelten Schatzkarte begann mein 19. Geburtstag, doch als sollte es zur Tradition werden verbrachte ich nun schon das dritte Jahr in Folge meinen Geburtstag nicht zu Hause.
Glücklicherweise konnte ich dieses Jahr jedoch wenigstens den Morgen mit meiner Mama verbringen. Dann heiß es also Weimar die Zweite. Vorbildlich wie wir Deutschen nun mal sind war alles bestens geplant, so trafen wir uns alle verabredeter Weise im IC 636 auf dem Weg nach Weimar. Gut gestärkt durch unsere reichhaltiges Angebot an Geburtstagskuchen (danke nochmal an Luise und Lisa das war echt super nett) kamen wir dann auch schnell in Weimar an. Da alle Menschen schlau sind manche vor und manche nachdem sie etwas ausprobiert hatten, erfüllt sich diese Weisheit auch in unserem Fall. Nachdem wir im Februar uns den langen Weg bis zur Jenaerstarße zu Fuß auf den Weg gemacht hatten, nahmen wir dieses mal den Stadtbus.
Nett begrüßt von allen Ehemaligen hieß es nun Portraits erstellen mit den Fragen die die Welt im Inneren zusammenhalten („Wie nennst du das Ende von einem Brot?“, „Welches ist dein Lieblingswort ?“). Dann im Plenum wurde allerhand begrüßt, erklärt, geplant; und natürlich damit es nun auch letzte wusste mir zum Geburtstag gratuliert (ich bin nicht so ein Freund davon mich vor eine riesige Menge zu stellen und dann auf die Loblieder zu hören, die man auf mich singt).
Zur Eisstimmung auf unseren Freiwilligen dienst gab es den Länderabend , überrascht und erfreut über die wunderbaren pädagogischen Weisen uns unser Gastland vor zu stellen, genoss ich es Wein zu trinken,Käse zu essen, mein landeskundliches Wissen im Spiel Eins Zwei oder Drei zu erproben und Frankreich mit Hilfe von Absperrband und Mülltüten zu legen. Angst und Bange wurde mir dann allerdings doch ein wenig, als wir in unserer Vorstellungsgrunde unsere Einsatzsorte anpinnt und mir bewusst wurde wie riesig Frankreich ist. Erstaunlich war, dass man in der Runde auf die sonst so scheinbar schweren Fragen : Wer bin ich? (Je suis Juliane.) Wo komme ich her? (Je viens de Quedlinburg.) Wo geh ich hin? (Je vais faire mon service benevol à Mazamet.) leicht ein Antwort fand.
So wie sich das gehört gingen wir dann abends noch in eine Shishabar in Weimar um ein wenig meinen Geburtstag zu feiern.
Di, 05.August. 08
Der gesamte Dienstag wurde den Einsatzstellenbereichen gewidmet, sodass wir gut vorbereitet in unser DJiA im September starten können. Für die Gruppe Kirchengemeinde hieß das Schwerstarbeit, da wir nur drei Freiwillige sein werden in Frankreich und Belgien, die ein so breiten Einsatzbereich zu bewältigen haben. In unsere Minigruppe hieß es dann allerdings auch die ganze Zeit aufmerksam zu sein und die neuen Informationen auf sich wirken zu lassen (welche Spiele kann ich mit welcher Altersgruppe spielen, wie mache ich eine Bibelgeschichte am anschaulichsten für Kinder, wie steht mein Gastland zur Ausübung von Religion...) und sich am besten alles zu merken.
Ein wenig geplättet von diesem Intensivkurs hieß es dann am Abend noch nett beieinander zu sitzen an der Ilse (la grande Rio de Weimar) und die anderen im Gespräch besser kennen zu lernen. Ich freute mich in Toke endlich einen Gesprächspartner gefunden zu haben der ebenfalls über die philosophischen Fragen des Seins nachdachte, auch wenn die anderen damit teilweise nichts anfangen oder einfach nur genervt waren führten wir unseren Diskurs weiter.
Mi, 06. August.08
Caro meets Delta was sich hinter diesem Spielnahmen verbirgt war uns allen ein wenig rätselhaft. Doch am Nachmittag sollten wir nun also diese Einheit zum Interkulturellen Lernen heben. Wie so oft durften wir spielen, dazu wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt einmal in dir Deltas und einmal in die Caros. Wir hatten ein gemeinsames Problem, eine Quelle die bald versiegen sollte, da wir kein Material zum Abdecken besaßen. Doch glücklicherweise besaß dies das andere Volk der Caros. Erschwerend für unser Spiel war dass wir die Gesellschaftsformen der anderen nicht kannten und sobald wir aufeinander trafen nicht miteinander reden durften.
Nun sollten wir also versuchen ohne Kommunikation aufeinander zu zugehen, doch wir nahmen unsere Rolle in unseren Gruppen in unserem Eifer fast ein bisschen zu ernst und versuchten unsere Modelle der Weltanschauung den anderen aufzudrängen, was nicht ohne Gewaltanwendung von satten ging und beinahe in einem Krieg mündete.
Überträgt man das Spiel nun auf die große Weltpolitik möchte man gar nicht wissen wie viel Krieg zu verhindern gewesen wären durch den nötigen Respekt vor anderen Sitten, Bräuchen, Kulturen und einer funktionierenden Kommunikation.
Eins wurde uns damit allerdings klargemacht, dass wir nicht den selben Fehler in unserem Gastland machen sollen. Da fällt mir dieser wunderbare Spruch: Prüfet und was ihr für gut befindet das behaltet ein.“ ein, den unsere ehemalige Religionslehrerin uns mit auf den Weg gab.
Diese Konflikte die sich in diesem Spiel aufgebaut hatten wieder fallen zu lassen war scherer als gedacht und somit begann unser Freizeit am Nachmittag einem seltsamen Nachgeschmack dieser Einheit. Nachdem wir uns dann noch einmal darüber unterhielten und in unseren Gedanken nicht mehr diesem Spiel hinterher hingen, hatten wir noch eine schöne Zeit in Weimars Eiskaffees .
Da viele Fehlkommunikationen auf Grund von Vorurteilen entstehen, setzten wir uns am Abend noch einmal zusammen und besprachen unsere Klischees. Da das Programm des Tages doch ziemlich anstrengend war gab es dann noch eine wunderbare Traumriese an ein Meer und ich fühlte mich um 2 Monate zurückversetzt nach Kühlungsborn und erinnerte mich an die unvergesslich schönen Abende an der Ostsee mit all meinen Freunden.
Do. 07. August 08
Nun also noch mal die ganzen Formalitäten durch kauen. Wie ist das mit der Versicherung? Was mache ich wenn ich krank werde? Was wenn es mir absolut nicht gefällt? Aber zuvor durften wir noch einmal mit einander diskutieren. Unser Thema: WAS glaubst du? Die Methode: ein Schreibgespräch, was sich für ein so emotionsgeladenes und persönliches Thema geradezu anbot. Was mich überraschte war, dass die Meinung zu diesem Thema in meiner Gruppe ziemlich dicht beieinander lagen. Auch wenn ich von den Evangelischen Freiwilligendiensten entsendet werde hatte ich damit gerechnet, dass wir uns nicht einig werden würden. Allerdings blieben wir auch nur an der Oberfläche und erklärten uns nicht allzu tiefe Einsichten in den ganz persönlich Glauben.
Das uns nicht nur die Evangelischen Freiwilligendienste entsenden, sondern , dass wir noch von vielen anderen unterstützt werden in unserem DJiA wurde uns deutlich gemacht durch ein kleines Anspiel und eine Freiwillige die so viele hüte tragen musste dass sie kaum noch etwas sehen konnte.
Dann noch eine Einheit zum Versuch Kultur und Generation zu definieren und der Pflichtteil war fertig. Nun kam also das Vergnügen: der bunte Abend! Mit Toke und Magda, die die geborenen Entertainer sind wurde der Abend von ihenn mit kleinen improvisierten Geschichten geleitet, so gab es Jonglage, ein riesigen Kartenspiel, einige Gesangseinlagen u.v.m.
Jetzt war also der letzte Abend gemeinsam in Deutschland angebrochen, den wir gemeinsam an der Ilse verbrachten. Die Nacht wurde ziemlich lang und ich schaffte es dann um kurz vor fünf dann doch noch in mein Bett.
Fr. 08. August. 08
Entsendet zu werden und ein paar nette Worte von unsere Entsendeorganisation mit auf den Weg in unser Abenteuer im Ausland mit nehmen zu dürfen war dann auch der letzte Programmpunkt.
Danach gab es noch das von mir so geliebte Essen in der Jugendherberge und dann hieß es abschied nehmen bis zum Wiedersehen in Strasbourg im September.
Total übermüdet freute ich mich natürlich meine Mama in halle am Hbf zu sehen, doch kostete es mich doch einige Beherrschung mit guter Laune und froher Stimmung mit ihr meine zukünftigen Studienort zu erkunden und ein wenig zu shoppen. Um so glücklicher war ich als wir dann endlich um halb elf abends zu hause ankamen.
Nun hieß es schon wieder alles zusammen zu packen für die nächste Reise und todmüde wenigstens ein paar Stunden Schlaf zu finden in MEINEM Bett : )
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